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Vom Rheumaschutz zum V.I.P.-Möbel


Längst hat er die Küsten erobert, sogar bayerische Gefilde erreicht und soeben in Heiligendamm höchste diplomatische Ehren erfahren: 125 Jahre nach seiner Erfindung ist der Strandkorb ein Klassiker.

Sie haben ihn erfunden und zum unverzichtbaren Requisit des Strandurlaubs gemacht: Elisabeth und Wilhelm Bartelmann mit ihren Kindern in einem der ersten Strandkörbe.
Elfriede von Maltzahn liebte das Strandleben und die frische Seeluft. Leider litt die Dame an Rheuma. Aber nicht an einem Mangel an Energie. Und so bat sie den Rostocker Hofkorbmacher Wilhelm Bartelmann um „eine Sitzgelegenheit für den Strand als Schutz vor allzu viel Sonne und Wind“. Das war anno 1882 und die Geburtsstunde des Strandkorbs. Im Juni genoss Elfriede von Maltzahn am Strand von Warnemünde erstmals ihren aus Weiden und Rohr gefertigten „Strandstuhl“. Noch war die Rückwand fest montiert und das neue Möbel ein etwas klobiger Einsitzer. Doch die Karriere des gestreiften Windschutzes war programmiert.
Bartelmann war Korbmacher mit Leib und Seele, und so kam bereits ein Jahr später der Doppelsitzer auf den Markt. Gleichzeitig gründete seine geschäftstüchtige Gattin die erste Strandkorbvermietung.

Bartelmanns Lehrling Johann Falk tüftelte so lange, bis sich auch die Rückwand verstellen ließ, und um 1900 hatten sich Strandkörbe in allen deutschen Küstenbädern durchgesetzt.

Längst hat der Siegeszug die Küste hinter sich gelassen. Für knapp 300 Euro erwirbt auch der Hobby-Bastler im Alpenvorland gerne einen einfachen Strandkorb im Baumarkt und stellt ihn im heimischen Garten oder gar im Wohnzimmer auf. Auch bei den Kurgästen der Bad Birnbacher Rottal Terme sind die beiden klassisch gestreiften Zweisitzer seit zwei Jahren beliebte Ruheoasen. Wer ein fertiges Modell sucht, muss leicht mit 700 bis 1200 Euro Anschaffungskosten rechnen. Der Grund mag darin liegen, dass ein echter Strandkorb bis heute in reiner Handarbeit gefertigt wird. Tischler, Korbflechter, Näherinnen und Polsterer müssen dabei zusammenarbeiten. Zwei Arbeitstage dauert die Herstellung des windgeschützten Sitzmöbels im Schnitt - egal, ob in der kantigen Nordseeform oder als rundlich geschwungene Ostseevariante. Sonderwünsche wie Nackenrollen, Lektüretaschen, integrierte Kühlschränke oder Radios sowie schwenkbare Bistrotische verzögern die Anfertigung, sind aber schon lange keine Ausnahmen mehr. Selbst ein Hunde-Strandkorb mit Fressnapf wurde schon geliefert.

Mit dem G8-Gipfel kam der Strandkorb zu internationalen Ehren. Zwei Tage lang nutzten Touristen danach die Gelegenheit zu sitzen, wo vor ihnen die Mächtigen der Welt gesessen hatten. Dann wurde die XXL-Bank abgebaut. Am 23. Juni beim Tag der offenen Tür im Bundesrat soll sie nochmals zum Einsatz kommen, bevor sie für einen guten Zweck versteigert wird.Der XXL-Strandkorb mit den Flaggen von Japan, Kanada, Frankreich, Russland, Deutschland, den USA, Großbritannien, Italien und der Europäischen Union, in dem sich die G8-Staats- und Regierungschefs in Heiligendamm entspannten, stammt übrigens aus der ältesten noch tätigen Strandkorbfabrik Deutschlands in Heringsdorf auf der Ostsee-Insel Usedom. Mehr als zwei Kilometer Flechtband, ein Kubikmeter Holz und 35 Quadratmeter blau-weißer Stoff wurden nach Firmenangaben dafür verarbeitet.

Petra Grond 14.05.2007

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