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Die G8-Staatschefs im Strandkorb zum Familienfoto

Heiligendamm (ddp- Bartelmann). Die G8-Staatschefs im Strandkorb. Scheinbar zwanglos plaudern die Staats- und Regierungschefs mit der Kanzlerin in ihrer Mitte. Nur die aufgemalten Fähnchen auf der Markise zeigen, dass die Sitzordnung strengen protokollarischen Regeln folgt. Japans Ministerpräsident muss wieder ganz außen sitzen. Der G8-Gipfel in Heiligendamm markierte einen neuen Höhepunkt des politischen «Medienspektakels», wie Alt-Kanzler Helmut Schmidt die Verwandlung des von ihm mit erfundenen Spitzentreffens kürzlich charakterisierte. Auch die Gegendemonstranten beteiligten sich rund um das Ostseebad fleißig an der Produktion von Bildern.

G8 Strandkorb FamilienfotoDie Mächtigen im Strandkorb, die Mächtigen beim Aperitif und immer wieder Begrüßungen, Umarmungen und Händeschütteln auf roten Teppichen. Das Bundespresseamt hatte die Motive sorgfältig vorbereitet. «So viel Bilder wie möglich», lautete die Devise. Hatten die Kamerateams einmal nichts zu tun, filmten sie eben die schreibenden Kollegen bei der Arbeit. 5406 Journalisten waren im Pressezentrum in Kühlungsborn akkreditiert, wen das Spektakel ermüdete, der konnte sich in einem «feel good»-Bereich am Strand kostenlos massieren lassen.

Wie eine Inszenierung wirkte auch der Ablauf des politischen Geschehens, etwa beim Klimastreit. Auf Hoffnung und Enttäuschung folgte der «Durchbruch», von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich verkündet. Merkel ist eine Meisterin der politischen Selbstdarstellung, die auch in der Bilderproduktion nichts dem Zufall überlässt. Vor jedem Fernsehinterview blickt sie kurz zurück, ob die Kulisse stimmt. Auch ihr grünes Jackett passte farblich perfekt zur umweltpolitischen Aussage.

Mag der «Durchbruch» im Klimastreit bei genauerem Hinsehen auch eher wie ein diplomatischer Formelkompromiss wirken, der in erster Linie neue «Gipfel» produzieren wird, die Botschaft ist angekommen: Merkel hat in Heiligendamm einen «Erfolg» erzielt. Als US-Präsident George W. Bush und sein russischer Amtskollege dann noch vor laufenden Kameras den Raketenstreit entschärften, stand für die «Bild»-Zeitung die Schlagzeile fest. Das Blatt ernannte die Kanzlerin hymnisch zur «Miss World».

Und doch: Die erzielten Kompromisse in Heiligendamm zeigen, dass das G8-Format immerhin arbeitsfähig ist. Säßen etwa die Chinesen mit am Tisch der Großen, wäre die Klimaeinigung so wahrscheinlich nicht zustande gekommen. Die Gipfelergebnisse zeigten, dass man in dieser Runde «etwas bewegen» könne, betonte Merkel.

Derweil bewiesen die Globalisierungsgegner, dass auch sie etwas von der Bilderproduktion verstehen. Direkt vor den Augen der versammelten Weltpresse lieferten sich «Greenpeace»-Aktivisten direkt vor dem Strand von Kühlungsborn ein Schlauchbootrennen mit der Polizei. Die Kollegen, die den letztendlichen Sieg der Uniformierten bei der spannenden Wettfahrt verpasst hatten, konnten das Spektakel nur wenig später auf sämtlichen Fernsehschirmen des Pressezentrums verfolgen.

07.06.2007

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