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Der Strandkorb feiert 120. Geburtstag

Der Strandkorb feiert Geburtstag. Vor 120 Jahren wurde er in Warnemünde erfunden – als Windschutz. Eine Erfolgsgeschichte: Heute stehen an Nord- und Ostseeküste 70 000 Stück.

(dpa) Er ist Windschutz, Schattenspender und manchmal auch Liebeslaube. Vor allem aber ist er weltweit ein Symbol für den Strandurlaub an Nord- und Ostsee. Der Strandkorb feiert in diesem Jahr seinen 120. Geburtstag. In Binz auf Rügen war bereits Anfang Mai mit dem 6. Binzer Strandkorbfest „Der Strandkorb im Wandel der Zeiten“ an das Jubiläum erinnert worden. In elf schleswig-holsteinischen Ostseebädern wird am 12. Juli eine „Strandkorb- Schnitzeljagd“ organisiert. Punkt 12 Uhr wird Tourismusministerin Ingrid Franzen die Aktion in Hohwacht (Kreis Plön) eröffnen.

Bei der Jagd gilt es, in jedem Ort einen leuchtend blauen Jubiläumsstrandkorb zu finden, der irgendwo versteckt ist. Wer ihn als erstes entdeckt, darf den Korb für die Dauer seines Aufenthaltes kostenlos nutzen. Am Ende der Saison werden die elf Jubiläumskörbe unter den Gästen verlost.    Die Erfindung des Strandkorbs verdanken die Urlauber dem Rheumatismus einer gewissen Elfriede Maltzahn. 1882 beauftragte sie den Warnemünder Hof-Korbmacher Wilhelm Bartelmann, eine Sitzgelegenheit zu fertigen, die sie am Strand vor Wind schützen sollte. Bartelmanns „Strandstuhl“, dem 1883 eine Version für zwei Personen folgte, wurde ein voller Erfolg bei den Badegästen, so dass seine Frau Elise bereits 1883 die erste Strandkorbvermietung der Welt gründete.

Heute gibt es nach Schätzungen des Ostseebäderverbandes rund 70 000 Strandkörbe an Norddeutschlands Stränden. „An der Nordsee sind die Körbe traditionell kantiger in der Form, der Ostseekorb dagegen ist rundlich“, sagt Stephan Muuß vom Landesverband der Strandkorbvermieter.    Der klassische Strandkorb ist weiß oder naturfarben lackiert, hat blau-weiß- oder rot-weiß-gestreifte Polster und bietet Platz für Zwei. Daneben gibt es seit einigen Jahren auch Dreisitzer und Kinderkörbe. Fast ganz verschwunden sind dagegen die Körbe aus Rohrgeflecht. „Die machen wir fast nur noch für Privatkunden. Die Vermieter bevorzugen Kunststoffkörbe, weil die witterungsbeständiger sind“, sagt Peter Eggers, Inhaber der „Strandkorbfabrik Eggers“ in Mölln.    Seine Fabrik ist eine von vier Produktionsstätten in Schleswig-Holstein. Im Ausland ist der deutsche Strandkorb zwar beliebt, an fremden Stränden hat er sich aber nicht durchsetzen können. „Ich habe mal 150 Stück in die USA verkauft. Der Kunde wollte in Miami eine Strandkorbvermietung aufziehen, aber daraus ist nichts geworden“, erzählt Eggers. Dafür konnte sich an deutschen Stränden die Strandmuschel, ein kleines Kunststoffzelt als Windschutz, nicht durchsetzen. „Die ist an fast allen konzessionierten Strandabschnitten verboten, weil sie den Blick aufs Meer verstellt“, sagt Muuß. Außerdem zahlten die Muschel-Benutzer oft keine Kurtaxe und ließen viel Müll zurück, sagt er.

Wer Kurtaxe und die sieben bis neun Euro Tagesmiete für den Korb zahlt, dem bieten die Vermieter heute allerlei zusätzlichen Service. Das reicht von der Internetbuchung über Verleih von Spielzeug und Wolldecken bis zum Getränkeservice. Und bei Pärchen, die nachts im Strandkorb schmusen, drücken Vermieter schon mal ein Auge zu, auch wenn Frau Maltzahn das wohl nicht so gern gesehen hätte.

10.07.2002

Ostsee- Zeitung

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