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Als die Deutschen der Welt einen Korb gaben


In Rimini und auf Mallorca sucht man ihn vergebens: Der Strandkorb ist eine urdeutsche Erfindung, Nord- und Ostsee sind sein Revier. Und alles ging los mit einem senkrecht aufgestellten Wäschekorb mit Sitzbrett. Eine Gratulation zum 125. Geburtstag.

Der Eerfinder des Strandkorbes Wilhelm Bartelmann mit seiner Familie im Strandkorb im Jahr 1888Nur wenige Produkte des Erfindergeistes im Land der Dichter und Denker sind so ausschließlich deutsch geblieben wie der Strandkorb. Alles nur Erdenkliche wird exportiert, aber der Strandkorb bleibt im Lande. Ausländische Besucher mögen ihn an Nord- und Ostsee zur Kenntnis nehmen, doch kaum jemand ist auf die Idee gekommen, ihn in seiner Heimat aufzustellen. Und sogar der deutsche Tourist, der die Urlaubsländer am Mittelmeer mit Schnitzel und Bratwurst beglückte, hat es bisher nicht geschafft, den Strandkorb in Rimini oder auf Mallorca anzusiedeln.

Woran mag das liegen? Ist er südlich des 50. Breitengrades nicht lebensfähig? Widersetzt er sich EU-Normen? Ist er den Engländern zu unbequem, den Franzosen zu bieder, den Holländern zu hässlich?


Video: Am Strand wie ein Prommi der Strandkorb ist in Mode gekommen, auch für zu Hause. Dieses Jahr feiert er sein 125 Jähriges Jubiläum.

75.000 und 100.000 Strandkörbe werden jetzt aufgestellt
Man könnte angesichts der kuriosen Strandlaube leicht ins Lästern verfallen, doch nicht einmal Kurt Tucholsky, dem man als Erstem ein paar sarkastische Worte über das deutsche Strandmöbel zutrauen würde, hat es satirisch aufs Korn genommen. Im Gegenteil: Er war einer der namhaftesten Bewunderer dieses „eigentümlich bergenden Sitzkästchens“. Der Aufenthalt im Strandkorb galt ihm als „geliebte, unvergleichlich befriedigende und angemessene Situation....“

Viele Landsleute sehen das bis heute ähnlich: Zwischen 75.000 und 100.000 Strandkörbe werden jetzt zu Sommerbeginn wieder an Deutschlands Küsten aufgestellt; Strandkorbvermietung ist in den Seebädern ein lukratives Geschäft. Und ungezählte Freizeitkörbe mehr gibt es inzwischen in Privatbesitz auf Terrassen und in Schrebergärten.

So sahen die ersten Strandkörbe aus Das erste Exemplar der Gattung stand 1882 in Warnemünde, weil eine Dame namens Elfriede von Maltzahn trotz fortgeschrittenen Rheumas nicht auf den Strandaufenthalte verzichten mochte und Schutz vor zu viel Wind und Sonne suchte. Der Herausforderung nahm sich kein Geringerer als der Kaiserliche Hofkorbmacher-Meister Wilhelm Bartelmann aus Rostock an. Er bastelte im Frühjahr 1882, also vor 125 Jahren, eine Art senkrecht aufgestellten Wäschekorb mit Sitzbrett.

Strandkorb Formen Ostseeform - NordseeformViel hat sich seither nicht geändert am Aussehen des Strandkorbs – sieht man davon ab, dass Kenner den abgerundeten, eleganteren Ostseekorb vom etwas eckigeren Nordseekorb unterscheiden. Mittlerweile kennt man aber auch den „Halblieger“, dessen Lehne um 45 Grad, und den „Ganzlieger“, der um 90 Grad klappbar ist. Der Einsitzer von Frau von Maltzahn ist vom üblichen Zweisitzer abgelöst, aber es gibt auch Spezialmodelle für fünf Personen, für Kinder und sogar für Hunde.

Der Strandkorb ist von Deutschlands Küsten also nicht mehr wegzudenken. Oder doch? Vielleicht wird er ja ein unvermutetes Opfer der Klimaerwärmung. Aber bis dahin ist dieses Strandgeschöpf von der Unesco sicherlich schon zum Weltkulturerbe erklärt worden.

12.05.2007

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