Geschäftshaus Bartelmann seit 1903 im Ostseebad Kühlungsborn Bevor du kaufst sieh dir erst an in Kühlungsborn-West Haus Bartelmann. Ostseebad Kühlungborn das Seebad mit Flair

   
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100 Jahre im Geschäft

Haus Bartelmann überstand Kriege und Repressionen

Vor 100 Jahren wurde das Geschäftshaus Bartelmann gegründet.
Die Nachfahren von Max Bartelmann setzen heute die Firmentradition fort.

„Bevor Du kaufst, sieh Dir erst an – 
in Kühlungsborn West Haus Bartelmann.“

Dieser seit drei Generationen bekannte Werbespruch hat in diesem Jahr einen besonderen Klang: Das Geschäft Bartelmann feiert 100-jähriges Jubiläum.

Geschäft Bartelmann Erbaut 1903 -- 1905 + 1909 ErweiterungsanbautenDie Brüder Max und Hans Bartelmann erkannten ihre Chance im aufblühenden Bädertourismus und gründeten im Frühjahr 1903, rechtzeitig zu Beginn der Badesaison, ihr Geschäft im Ostseebad Arendsee. Bis der Ort 1938 in Kühlungsborn West umbenannt wurde, bezog sich auch ihr Werbeslogan auf Arendsee. Der Verkauf erfolgte zunächst in einem einstöckigen Gebäude.

Max und Marth Bartelmann Gründer des Wohn- & Geschäftshauses
Zum Sortiment zählten damals wie heute Bernsteinschmuck, Lederwaren, Geschenk-, Mode- und Kunstgewerbeartikel, sowie Spielzeug.

1912 errichteten Max Bartelmann und seine Ehefrau Martha – Bruder Hans war inzwischen aus dem Unternehmen ausgeschieden – das heute noch vorhandene Wohn- und Geschäftshaus.

Wohn- & Geschäftshaus BartelmannDer Verkaufsraum konnte nach dem Ersten Weltkrieg erweitert werden. Auch während des Zweiten Weltkrieges blieb das Geschäft geöffnet. 1943 gingen durch die Druckwelle eines Granateneinschlags in der Nähe einige Schaufensterscheiben zu Bruch.

Immer mehr Umsiedler kamen nach Kriegsende ins Ostseebad. Auch die Bartelmanns nahmen Flüchtlinge auf. So lernte Sohn Rudolf seine spätere Ehefrau Ingrid kennen und führte mit ihr ab März 1946 den Betrieb. Ingrid Bartelmann erinnert sich: „Viel Ware gab es noch nicht. Mit zwölf Paar Kinderkniestrümpfen fingen wir an. Auch Kochtöpfe, die aus Stahlhelmen hergestellt waren, gehörten zum Sortiment.“ Die Kunden konnten damals nicht nach Belieben kaufen. Sie mussten amtliche Bezugsscheine vorlegen. Auch nach deren Abschaffung war der Handel nicht einfach – die staatlichen Handelsbetriebe wurden in der DDR bevorzugt beliefert. Das Kaufmanns-Ehepaar ergriff die Initiative und fuhr durchs Land, um selber Waren bei den Herstellern zu holen. „Dadurch hatten wir viele Artikel im Sortiment, die andere nicht anboten.“

1953, ausgerechnet im 50. Jubiläumsjahr, wurden die Bartelmanns im Zuge der „Aktion Rose“ enteignet. Nach schwierigen Verhandlungen mit den Behörden wurde das Geschäft im Juli den Bartelmanns zurückgegeben. Als sich 1986 herausstellte, dass das traditionsreiche Unternehmen nicht an die älteste Tochter Ingrid übertragen werden dürfte, wurde dieses mit dem Ruhestand des Ehepaares an die staatliche „HO“ übergeben.

Drei Generationen: Ingrid Bartelmann (vorne), mit den Familienangehörigen (r.) und den langjährigen Verkäuferinnen.1991 konnten Reinhold und Ingrid Siegmann, geborene Bartelmann, das Geschäft Zurückerwerben. Letztere führt nun die Geschicke des Betriebes. Inzwischen steht auch ihr 25-jähriger Sohn, Andreas als gelernter Einzelhandelskaufmann und staatlich geprüfter Betriebswirt bereit, um sich in das vor 100 Jahren gegründete Handelsunternehmen einzubringen.

 

Rolf Barkhorn , 09.10.2003

Ostsee- Zeitung

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